Absolventen ließen die Hüte fliegen

436 junge Menschen erhielten beim Festakt ihre Zeugnisse

„98 Prozent haben es geschafft. Das ist neuer Rekord an unserer Schule“, freute sich der Schulleiter. Mit einem Notenschnitt von 1,34 erzielte Jakob Semmler aus Beilngries das insgesamt beste Ergebnis aller Absolventen. 345 bestanden das Fachabitur, 91 das Abitur.

Nach einem ökumenischen Gottesdienst im Münster St. Johannes, den Diakon Peter Heyd und die evangelische Religionslehrerin Christa Büker hielten, ging es zum Festakt in die große Jurahalle, dem die Schulband unter der Leitung von Studiendirektor Andreas Günter eine schwungvolle Note verlieh.

Die Schüler Raul Reinhardt und Daniel Baier führten durch das Programm. Im Mittelpunkt stand eine von den Lehrkräften Nora Haag und Johannes Fischer moderierte Gesprächsrunde zum Thema „Zukunft gemeinsam gestalten – Globalisierung Digitalisierung Umwelt“, an der Landrat Willibald Gailler, Helga Hoerkens als Schulreferentin im Stadtrat, Prof. Frank Späte von der Ostbayerischen Technischen Hochschule (OTH) Amberg-Weiden, Elternbeiratsvorsitzender Stefan Sommerer, Hannes Krenn von der Schülermitverantwortung und Schulleiter Markus Domeier teilnahmen.

Prof. Späte plädierte energisch für Internationalisierung statt Verengung auf die Nation. Domeier betonte, dass sich die Schüler mehr als früher selbständig in neue Themenbereiche einarbeiten müssten und das Basiswissen mehr bedeute als reines Fachwissen. Stadträtin Helga Hoerkens hob hervor, dass man mit der Digitalausstattung der Schulen im Landkreis sehr zufrieden sein könne. Und Landrat Willibald Gailler ergänzte in diesem Zusammenhang, dass heuer dazu weitere 840.000 Euro in die Schulen fließen.

Hoerkens forderte die Schüler auf, aktiv gegen Hass im Netz vorzugehen. Absolvent Hannes Krenn meinte, dass durch die Digitalisierung die Arbeitszeit, z. B. über home office, freier gestaltet werden könne. Elternbeiratsvorsitzender Stefan Sommerer warnte aber, dass es dadurch keine Trennung mehr zwischen Arbeits- und Privatleben gebe. Schulleiter Markus Domeier appellierte an die Schüler, das Handy auch einmal wegzulegen und sich nicht das Leben von den modernen Medien diktieren zu lassen. „Leben Sie auch im Hier und Jetzt ohne ständigen Blick auf das Smartphone“, sagte er.

Kontrovers wurde die Klimaschutzaktivität „Fridays for Future“ diskutiert. Auf Einwegflaschen zu verzichten, den jährlichen Pro-Kopf-Müll von 428 Kilogramm zu reduzieren, lauteten konkrete Vorschläge von Landrat Gailler und Stadträtin Hoerkens an die Absolventen.

Nutzen Sie Kreativität und Phantasie und haben Sie auch Kraft bei Rückschlägen“, gab Schulleiter Markus Domeier den Absolventen abschließend mit auf den Weg. Alexander Bögerl als Co-Schülersprecher warf einen Blick auf wichtige Ereignisse in der Schulzeit an der Beruflichen Oberschule. Studiendirektor a.D. Norbert Hofbauer, Vorsitzender des Fördervereins der Schule, warb für eine Mitgliedschaft im Verein. 

Bei der Bestenehrung wurden ausgezeichnet:

  • Beste im Abitur: Sarah Neumann (Burgthann), Julia Distler (Postbauer-Heng), Anna Brandl (Neumarkt); 
  • Beste im Fachabitur: Jakob Semmler (Beilngries), Alexander Wastl (Lauterhofen), Schiromi Unga Kammanthi (Berngau); 
  • Weitere herausragende Abiturschnitte: Jonas Stöckl (Darshofen), Michael Wegerer (Neumarkt), Lisa Mederer (Deining), Wolfgang Meier (Batzhausen), Timo Krauß (Velburg), Fabian Richthammer (Neumarkt), Anna Maier (Breitenbrunn), Lena Stigler (Velburg), Dominik Minderlein (Freystadt), Tobias Gehr (Pelchenhofen), Julian Öchsl (Velburg), Karolinus Krümpel (Neumarkt).

Prof. Frank Späte von der OTH Amberg/Weiden überreichte an Anja Fink für die beste Seminararbeit („Die Krise der BMW AG 1959 und ihr Restrukturierungserfolg.“) eine Auszeichnung. Als Beste in der fachpraktischen Ausbildung wurden die Leistungen von Laura Zalokar (Pyrbaum) für die Wirtschaft, Judith Schmidt (Lauterhofen) in der Ausbildungsrichtung Technik und Annika Beraus (Neumarkt) im Sozialzweig gewürdigt.

Für ihren unentwegten Einsatz bei Schulveranstaltungen erhielten Jaron Lehner und Janis Eckersberger Preise. Alle Geehrten bekamen Geld- und Buchpreise, gestiftet vom Förderverein der Schule, der Stadt Neumarkt sowie der Raiffeisenbank und der Sparkasse.

Im Anschluss an die Zeugnisverleihung prosteten sich Schüler, Eltern, Angehörige und Lehrkräfte auf den Erfolg zu.

Text und Fotos: Franz Xaver Meyer, StD i.R.