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Beste Seminararbeiten der Maximilian-Kolbe-Fach- und Berufsoberschule

Vier Schüler ausgezeichnet

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Schulleiter Oberstudiendirektor Markus Domeier und Seminarbetreuer Oberstudienrat Roman Schieder gratulierten dem erfolgreichen Quartett. Für das Abitur, das heuer verspätet am 10. Juni mit den schriftlichen Prüfungen startet, ist die Note des Seminarfachs ein wichtiger Baustein.

Judith Staudigl (13FS1) aus Breitenbrunn setzte das Oberthema des Seminars „Die Welt, wie ich sie sehe“ filmisch in den Titel  „The world as one“ um. „Mir war klar, dass ich etwas in Richtung ‚Gemeinschaft’ machen wollte, da die zwischenmenschlichen Beziehungen unter Corona sehr gelitten haben“, sagte die Schülerin zu ihrer Herangehensweise.  Der vierminütige Film, den die Schülerin auch selber schneiden musste, wurde an verschiedenen Locations gedreht. Er zeigt Menschen diverser Altersstufen vom Kleinkind bis zur Oma. Kuschelnde Pärchen sind genauso vertreten wie Menschen bei Freunden. Staudigl empfand es als bereichernd, intime und vertraute Momente ihrer Darsteller hautnah miterleben zu können. „Auf einen gesprochenen Text habe ich bewusst verzichtet, damit eine individuelle Interpretation möglich ist“, erläuterte die angehende Abiturientin. Stattdessen sind die Szenen mit Musik hinterlegt.

Madlen Tischner (13FI1) stellte beim Oberthema „Das Böse“ die Frage, ob es eine Biographie des Bösen gibt, und untersuchte die Auswirkungen der sozialen Umwelt auf die Persönlichkeitsentwicklung von jugendlichen Straftätern. „Schwierige Familienverhältnisse bis hin zu traumatisierenden Erlebnissen, die erhebliche Risikofaktoren bergen, gehören mit zu den Ursachen“, sagte die Schülerin. Dennoch seien genetische Veranlagungen oder äußere Umwelteinflüsse nicht ausschlaggebend, da jeder selbst die Möglichkeit hat, auf seine Entwicklung Einfluss zu nehmen. Anhand eines Fallbeispiels untersuchte Tischner die Biographie eines Heranwachsenden im Altersverlauf von 14 bis 16 Jahren. „Dieser wuchs ohne Vater auf, die Mutter war Alkoholikerin, er ist straffällig geworden“, schilderte die Berngauerin. Man müsse bei einem Urteil stets hinter die Fassade blicken und dürfe den Menschen nicht von vornherein verurteilen. Jugendgruppen, Bezugspersonen an Schulen und weitere Unterstützungsangebote seien wichtig, um Risikofaktoren entgegenzuwirken und die Selbststeuerung der Heranwachsenden zu stärken.

Zwei Schüler wählten Themen aus dem Seminar „Klimawandel“. Sebastian Wittl (13FT1) aus Hohenfels untersuchte die Wasserstoffbrennstoffzelle unter Berücksichtigung des Klimaaspekts. Der Jugendliche erläuterte unter anderem die aktuell üblichen und möglicherweise zukünftigen Verfahren für die Wasserstoffproduktion. „Aus Kanada oder Chile könnte man Wasserstoff importieren“, sagte Wittl dazu. Der Schüler verglich die einzelnen Verfahren auch im Hinblick auf den CO2-Ausstoß. „In unserem Leben wird die Wasserstoffbrennstoffzelle eine wichtige Rolle spielen“, prognostizierte der Schüler aus der Ausbildungsrichtung Technik. Sie eigne sich allerdings besser für Lkws als für Pkws. Bei der Speicherung von grüner Energie wird diese Technologie entscheidend sein.

Tobias Kremb (13FT1) befasste sich mit dem Fusionsreaktor, ebenfalls mit Blick auf das Klima. Der Lupburger behandelte die physikalischen Vorgänge im Fusionsreaktor, seinen Aufbau und seine Funktionsweise sowie den aktuellen Forschungsstand. „Beim Fusionsreaktor kann physikalisch gesehen keine Kernschmelze auftreten“, betonte Kremb. Die Brennstoffe dafür könnten aus Meereswasser und Lithium gewonnen werden, was die Energieversorgung für die weite Zukunft sichern würde“, ergänzte er. Große Vorteile: Der Fusionsreaktor, der auf nicht erneuerbaren Energiequelllen basiert, erzeugt keine schädlichen Emissionen und auch eine Endlagerproblematik gibt es nicht. Die Sicherheit ist nach heutigem Wissenstand gewährleistet. Allerdings: Den ersten Prototyp, der Strom ins Netz einspeisen kann, wird es nicht vor dem Jahr 2050 geben, verdeutlichte Kremb. Deshalb ist dieser Reaktortyp auch keine schnelle Lösung für den derzeitigen Klimawandel.

 Text und Fotos: Franz Xaver Meyer, StD i.R.