Beste Seminararbeiten der Maximilian-Kolbe-Fach- und Berufsoberschule

Fünf Schüler ausgezeichnet

Seminarbeste 2018/19

Seminarbeste 2018/19

Vier Seminararbeiten, die Schülerinnen und Schüler der Maximilian-Kolbe-Fach-und Berufsoberschule (Berufliche Oberschule) anfertigten, wurden von den Lehrkräften mit 15 Punkten und damit der Bestnote bewertet. Alle Schüler der 13. Klasse müssen eine Seminararbeit erstellen, mit der sie sich selbständig in einen Themengebiet einarbeiten und wissenschaftliche Arbeitstechniken nachweisen. Oberstudiendirektor Markus Domeier gratulierte der Gruppe. „Einem erfolgreichen Studium steht damit eigentlich nichts im Weg“, lobte er das Engagement.

Julia Ascher aus Freystadt untersuchte in ihrer Arbeit die Rolle der Kinder im 19. Jahrhundert mit dem Fokus auf dem Deutschen Kaiserreich (1871-1918). Die Lebensumstände für den Nachwuchs waren denkbar schlecht, wenn man die unteren Schichten betrachtet. „Die ungünstigen Milieubedingungen sind heute kaum noch vorstellbar“, meinte Ascher, die eine Fülle von Statistiken auswertete. Jedes fünfte Kind hat das erste Lebensjahr nicht überstanden. Mangelnde Hygiene, schlechte Ernährung, Epidemien, überbelegte Mietskasernen, fehlende Bildung – all das hat dazu beigetragen, dass die Kindheit vor gut hundert Jahren für die meisten voller Entbehrungen verlief.

Julia Distler aus Postbauer-Heng hat die Biographie des schottischen Nationalhelden William Wallace mit dem Film „Braveheart“ verglichen. Wallace lebte Ende des 13. Jahrhunderts und hat den ersten Kampf gehen die Engländer gewonnen. Der Film, so das Ergebnis der Schülerin, weiche deutlich von der Biographie ab. „Die Liebesbeziehungen wurden alle falsch dargestellt. Eine der Frauen war in Wirklichkeit erst fünf Jahre alt“, zeigte Distler an einem Beispiel auf. „Es gibt eine historische Wahrheit und eine Filmwahrheit“, führte sie weiter an. Die Schülerin musste ihre Arbeit in englischer Sprache ausführen.

Anja Fink aus Pruppach bei Pyrbaum analysierte die Krise der BMW AG im Jahr 1959 und die Maßnahmen für den Restrukturierungserfolg. Ursachen für die Krise lagen im Zweiten Weltkriege mit der Demontage vieler Maschinen durch die Alliiierten, des Weiteren im zurückgehenden Motorradboom und in Fehlkalkulationen. Beim damaligen Fahrzeugangebot klaffte in der Mittelklasse ein Loch. Im oberen Segment war der BMW 501 mit dem Spitznamen „Barockengel“ angesiedelt und unten die Isetta. Zum Umschwung trugen nach Auffassung der Schülerin die sogenannte „Neue Klasse“ mit verschiedenen Modellen sowie der Großeinkauf von BMW-Aktien durch die Familie Quandt bei.

Jonas Zenk aus Beilngries befasste sich mit der Geschichte der Telekom und deren Krisenmanagement zu Zeiten der Dotcom-Blase. Diese entstand Anfang der 2000er Jahre, als die Telekom an die Börse gegangen war und nach dem Hype ein Absturz erfolgte. Mit dem sogenannten E 3-Programm habe die Telekom einen guten Weg in die Zukunft beschritten, folgerte der Schüler. Damit wurden Schulden abgebaut, das Personal reduziert, die Marketingstrategie umgestellt, ferner von offensiven Unternehmungsschritten abgesehen,. „Jetzt steht die Telekom besser da als vor 20 Jahren“, resümierte der zukünftige Abiturient.

Marcel Roth aus Berg ist für seine Arbeit im Fach Mathematik der 3. Preis der Hans-Riegel-Stiftung zuerkannt worden, die mit der Universität Regensburg kooperiert. Das Thema des Schülers, dessen Arbeit an der Schule mit 13 Punkten bewertet wurde, lautete: „Elliptische Kurven in der Kryptographie. Errechnung einer Bitcoin-Public-Address mithilfe des Private Keys“. Marcel Roth interessierte sich schon seit langem für Kryptowährungen und die Verschlüsselungsverfahren, mit denen man von einer dritten Instanz (nämlich den Banken) wegkommt. Aus einem Passwort wird die Konto-Nummer berechnet. „Mit der Verschlüsselung kann dann niemand das Konto abräumen“, erläuterte Roth. Die Bitcoins seien seiner Meinung nach „als Zahlungsmittel aber nicht wirklich geeignet, sondern nur zum Spekulieren da“, ergänzte er. Dagegen könnten neuere Kryptowährungen wie xxeur.com die gängigen Zahlungsmittel ersetzen. „Es fallen keine Gebühren an und die Überweisungen erfolgen in Echtzeit“, zählte Roth die Vorteile auf.

Text und Foto: Franz Xaver Meyer, StD i.R.