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Prof. Frank Späte: „Gebäude im Klimawandel“

Öffentlicher Vortrag OTH Amberg-Weiden

Wenn Deutschland seine selbstgesetzten Klimaschutzziele erreichen will, muss man an die Gebäude ran, ist Professor Frank Späte von der Ostbayerischen Technischen Hochschule (OTH) Amberg-Weiden überzeugt. Denn diese haben wesentlichen Anteil am Gesamtenergieverbrauch und an den Treibhausgasemissionen. Stichworte sind eine erhöhte Energieeffizienz, intelligentes Energiemanagement sowie eine möglichst emissionsfreie Versorgung von Gebäuden.

In seinem Vortrag am Mittwoch, 25.09.2019 stellte Prof. Späte einleitend die zentrale Bedeutung des Themas "Gebäude" im Zusammenhang mit dem Klimawandel schlaglichtartig dar: über 90 Prozent seiner Lebenszeit hält sich der Mensch in Gebäuden auf, gleichzeitig macht der Energieverbrauch von Gebäuden über ein Drittel des Endenergieverbrauchs hierzulande aus. Für Privathaushalte gilt: mehr als vier Fünftel ihres Endenergieverbrauchs entfallen auf die Wärmebereitung, also Heizung und Warmwasser.

Sollen der Energieverbrauch und die damit verbundenen CO2-Emissionen deutlich gesenkt werden, ist eine Erhöhung der Sanierungsrate dringend erforderlich. Von 19 Millionen Wohngebäuden, darunter ca. 16 Millionen Ein- und Zweifamilienhäuser, erfüllen derzeit nur ca. zehn Prozent aktuelle energetische Standards.

Das zu ändern, lässt sich prinzipiell von zwei Seiten her (sog. Sparschraube) ansetzten: einmal kann der Wärmeschutz optimiert und damit der Energiebedarf gesenkt, zum anderen die Wärmebereitstellung (Heiztechnik) effizienter gemacht werden. Der Referent stellte dann einen ganzen Strauß an abgestimmten Einzelmaßnahmen vor. Auch ging er auf den rechtlichen Rahmen des Ganzen in Gestalt der Energieeinsparverordnung (EnEV) ein. Über die Jahrzehnte gelang es damit, den Energieverbrauch von Neubauten sukzessive zu senken. Entwicklungsziel sollte seiner Meinung nach das Passivhaus mit einem Bedarf von unter 15 kWh/(m2a) sein, technisch seien sogar Gebäude realisierbar, die mehr Energie erzeugen als sie verbrauchen (sog. Plusenergiehaus). Bedauerlicherweise müsse man feststellen, dass Effizienzgewinne (bessere Heizungsanlagen) nicht selten durch Zuwächse (z.B. mehr Wohnfläche pro Person) an anderer Stelle (über-) kompensiert würden (rebound effect), so dass unterm Strich eine nennenswerte CO2-Redution nicht gelungen sei.

Humoristische Einsichten zum Prozess des Bauens und eine skurrile Bildersammlung "gelungener" Bauten rundeten den sehr engagierten Vortrag von Prof. Späte ab. Wir von der Maximilian-Kolbe-Schule bedanken uns ganz herzlich bei der OTH Amberg-Weiden, die ist uns ein wichtiger Bildungspartner bei unserer Arbeit mit und für die uns anvertrauten jungen Menschen ist. 

Text und Fotos: Roman Schieder, OStR

  • Begrüßung des Referenten durch den Schulleiter

  • Prof. Frank Späte: „Gebäude im Klimawandel“

  • Engagierter, lebendiger Vortrag

  • Gut gefülltes, aufmerksames Auditorium

  • Thermographie-Kurs mit Schülern aus den Technik-Klassen

  • OStR Gerhard Zuckschwert, Prof. Frank Späte, OStD Markus Domeier